Freitag, 3. Februar 2023.
Der folgende Text wurde an einem "schlechten" Tag geschrieben. In einem Moment der Selbsterkenntnis und des Selbstverstehens. Bevor ich wieder aufgestanden bin. Ich denke, ich bin stark genug, um zukünftig selbst besser klarzukommen. Und schaffe die Voraussetzung für ein besseres Miteinander.
3.2.2023
So bin ich.
Emotional nicht stabil.
Rollercoaster. Achterbahn der Gefühle. Ganz unten tut es weh, ist nicht auszuhalten. Oben ist es wunderschön, ich bin euphorisch, verliebt in das Leben, ich liebe dich, liebe mich, ich bin so glücklich.
Dann wieder der Fall, tief und schmerzhaft. Das davor - nur ein Traum? Ich möchte nicht glücklich sein. Das Erwachen tut weh.
Warum verstehst du mich nicht.
Auch von Unbekannten abgewiesen zu werden - oder nur das Bauchgefühl zu haben, nicht gemocht zu werden - (z. B. bei der "Partnersuche" im Internet, beim Chat oder nach einem ersten Date) - verursacht tiefen Schmerz. Ein ausgeprägtes Gefühl von Wertlosigkeit bis hin zu Selbstzweifeln. Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Verständnislosigkeit.
Ich will verstanden werden. Siehst Du mich nicht? Ich bin ok! Warum nicht für Dich?
Verlass mich nicht. Ich hasse Dich.
Liebe mich. Bedränge mich nicht. Verstehe mich. Ich verstehe dich nicht. Geh nicht weg. Lass mich allein. Ich kann nicht ohne dich. Tu mir nicht weh. Ich verlasse dich. Damit der Schmerz aufhört.
Alleine sein kann ich nicht. Zweisamkeit ertrage ich nicht. Diese Angst, dass Du mich verlässt. Mich doch nicht liebst. Was ist Liebe? Ich liebe Dich, jetzt. Warum nicht auch morgen? Ich vermisse Dich, aber ich will Dich nicht. Denn Du wirst mich verlassen. Ich bin weg. Hältst Du mich? Wenn Du mich liebst. Trage mich. Du liebst mich nicht.
Der Schmerz soll aufhören. Tu mir weh.
betäuben, betrinken, berauschen. Meinen Körper spüren. Benutze mich, tu mir weh. Ich schreie. Ich bin schlecht, dumm, nichts wert. Risiken eingehen, Grenzen überschreiten, Kontrolle verlieren. Dann spüre ich den Schmerz in meiner Seele nicht.
Schwarz oder Weiß.
Menschen dürfen mich nicht verletzen, anstrengen, fordern, demütigen, belehren, zurechtweisen, kritisieren.... Entweder es passt (weiß) oder passt nicht (schwarz). Entweder sind sie gut oder nicht.
Meine Eltern lieben mich nicht. Ich habe sie verlassen. Meine Schwester verstehe ich nicht. Meine Freundin überfordert mich. Ich will sie gerade nicht. Psychiater helfen nicht. Psychopharmaka auch nicht. Ärzten vertraue ich nicht.
©️ Rosemarie Darboven. 03.02.2023
Meine Ziele.
09.04.23 - Ostersonntag
Es geht mir erstaunlich gut. Spätestens im Mai werde ich in der Ameos-Klinik in Bremen aufgenommen.
Aber ist das wirklich nötig? 🤔 Habe ich wirklich diese Störung?
Ich bin verliebt 💕. Ja, anfänglich - noch vor einem Monat - hatte ich Schwierigkeiten mit meinen Emotionen. Angst vor Schmerz. Angst vor Verlust. Wollte etwas beenden, bevor es richtig anfängt. Bevor Gefühle so stark sind, dass mich ein erneutes Scheitern wieder einmal umwirft.
Ich habe mein Inneres beobachtet, das Entstehen von negativen Gedanken wahrgenommen. Reflektiert. Ich war wegen einer eigentlichen Kleinigkeit tief verletzt - mit dem Impuls, mich zu betrinken, mich von jemand anderem einfach benutzen zu lassen, ihn mit meinem Ex zu verletzen... Aber ich hatte es wahrgenommen, registriert, analysiert - und mit ihm geredet. Geschrieben.
Es gab eine weitere Situation, in der ich überreagierte. Als wieder eine Kleinigkeit dazu führte, dass ich mich nicht "geliebt" fühlte. Dieses Empfinden, selbst mehr in diesem Kennenlernen zu sehen, als er es tat. Die Angst und vermeintliche Erkenntniss, mehr zu fühlen, als er.
Ich sitze jetzt im Zug, berauscht, glücklich. Und traurig, weil ich ihn vermisse. Aber auch er vermisst mich.
Er gibt mir mittlerweile das Gefühl von Sicherheit. Natürlich, man weiß nie, wie sich alles entwickelt, aber wir schauen in die gleiche Richtung. Er sendet die "richtigen" und mir so wichtigen Signale. Weg ist die Verlustangst.