Das ist Kunst für mich.

veröffentlicht auf Facebook am 5.10.26

 

Was ist Kunst?

Ich denke, das ist genauso schwer allgemeingültig zu beantworten wie die Frage “was ist Liebe?”.🫪

In den letzten Wochen hatte ich viele inspirierende und motivierende Begegnungen mit interessanten Menschen. Unter anderem rege Diskussionen mit renommierten Künstlern und erfahrenen Kunstinteressierten.

Ich bekomme viel Lob, aber natürlich auch Kritik. Unvermeidbar. Erstens habe ich nie Techniken gelernt, geschweige denn Kunst studiert. Ich bin verhältnismäßig unerfahren und autodidaktisch.

 

Und Zweitens: Kunst liegt doch immer im Auge des Betrachters.. Oder?

Genau da gehen die Meinungen auseinander.

Nicht nur im Hinblick auf das, was Kunst ist, und ob ein Künstler studiert haben muss. Natürlich hilft ein Studium, perspektivisch richtig zu zeichnen, mit Materialien richtig umzugehen und Kunstgeschichte zu erlernen.

Aber ich bin davon überzeugt, dass Kunst zunächst im Auge des Schaffenden - besser: in seinem Herzen - liegt. Dann im Herzen des Betrachters. Und dabei ist es nicht wichtig, finde ich, ob ein Künstler studiert hat oder nicht.

Ich male, zeichne, modelliere für mich selbst, denn mir persönlich ist es zunächst wichtig, dass das Ergebnis MIR gefällt. Wenn es anderen gefällt, freue ich mich natürlich. Und wenn eine Galerie oder gar die Presse aufmerksam wird: Wahnsinn.

Ein Werk zu verkaufen ist für mich eine ungemeine Wertschätzung, die ich genauso zu würdigen weiß, wie jedes Lob. Und gut gemeinte Kritik.

Aber - und das schreibe ich jetzt in aller Deutlichkeit - das ist nicht das Ziel meiner Arbeiten und war es nie. Ich möchte ich selbst bleiben, authentisch und selbstbestimmt sein.

Wenn man mir sagt “Du musst noch viel lernen” ist das aus Sicht eines erfahrenen, studierten und erfolgreichen Künstlers sicherlich richtig. Aber ich MUSS keine Kurse belegen, denn ich habe nie das Ziel gehabt, erfolgreich und öffentlich anerkannte Künstlerin zu sein.

Natürlich lerne ich für mich selbst, entwickle mich und freue mich über Ratschläge, aber die aktuell entgegen gebrachte Wertschätzung aufgrund meiner jetzigen Arbeiten ist schon mehr, als ich je erwartet oder gewünscht hatte

Jedes Kunstwerk sollte ein Resultat von Emotionen, Erlebnissen, Begegnungen, Stimmungen sein.

Für mich wird eine Technik allein – ob Beton gießen, Serviettentechnik oder Malen nach Zahlen – noch nicht zur Kunst. Erst wenn etwas Eigenes entsteht, ein persönlicher Ausdruck, beginnt für mich der künstlerische Prozess.

Aber wo hört DIY Kreativität und Hobby auf und wo fängt KUNST an?

Wikipedia beschreibt Kunst als das schöpferische Gestalten von Werken, die Gefühle, Gedanken oder unsere Wahrnehmung der Welt ausdrücken.

Genau das bedeutet Kunst für mich. Und für mich bedeutet Kunst vor allem eines: Mut. Den Mut, authentisch zu sein. Nicht nur beim Malen, Modellieren oder Schreiben, sondern auch im Leben.

Und Kunst bedeutet für mich Freiheit und Authentizität. Und auch wenn ich der Meinung bin, dass ein Studium nicht unbedingt erforderlich ist, um Kunst zu schaffen, denke ich, dass es bestimmte Voraussetzungen gibt, um sich Künstler nennen zu können.

So bin ich überzeugt, dass nicht nur Offenheit, Selbsterkenntnis, Reflektion und Mut wichtige Eigenschaften für einen Künstler sind, sondern auch schöpferisches Denken, Neugier und die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln.Die Fähigkeiten, neuartige Ideen zu fertigen, aus Erfahrung zu lernen und selbst Erlerntes umzusetzen.

Nur der Wunsch, etwas auf die Leinwand zu bringen, das womöglich anderen gefällt, reicht für mich nicht, um das Resultat Kunst zu nennen.

Gleichzeitig irritieren mich Werke, die weltweit als große Kunst gefeiert werden – eine mit Klebeband an die Wand geklebte Banane, ein Raum voller Gartenschläuche oder Installationen, die sich mir ohne lange Erklärung überhaupt nicht erschließen.

Ich weiß, dass hinter vielen dieser Arbeiten Konzepte und Gedanken stehen. Dennoch berühren sie mich nicht. Vielleicht ist genau das der Punkt: Kunst muss nicht jedem gefallen. Aber sie sollte etwas auslösen – eine Emotion, einen Gedanken, eine Frage. Wenn ein Werk ohne den erklärenden Text daneben nichts in mir bewegt, bleibt für mich persönlich die Frage offen, ob die Idee allein genügt.